Wenn auf Bergbauernhöfen Not am Mann ist, dann hilft der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze weiter – und das seit drei Jahrzehnten.

Wichtige Stütze für die Bergbauern

Der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze (VFA) zog bei seiner Vollversammlung Bilanz über das Jahr 2025. Mit 1.562 Einsätzen und 15.044 Arbeitsstunden bleibt der Verein auch 30 Jahre nach seiner Gründung eine wichtige Stütze für Südtirols Bergbauernfamilien.

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Arbeitseinsätze

Die Bilanz kann sich sehen lassen: Insgesamt 1.483 Freiwillige halfen auf 250 Bergbauernhöfen mit. Sie unterstützten die Familien im Stall, auf den Wiesen sowie bei der Betreuung von Kindern und älteren Menschen. Nach wie vor kommen zwei von drei Helfenden aus Deutschland. Dahinter folgen Südtirol mit 10,5 Prozent und Österreich mit 3,8 Prozent. Auch die Altersstruktur ist bemerkenswert vielfältig. Rund zwölf Prozent der Freiwilligen sind jünger als der Jahrgang 2000. Die größte Gruppe stellen mit knapp 39 Prozent die Jahrgänge 1960–1980. Weitere 27,8 Prozent reichen bis Jahrgang 1960. 1,9 Prozent der Helfenden sind älter als 75 Jahre. Der wirtschaftliche Gegenwert der geleisteten Arbeit ist enorm und beläuft sich auf über 1,5 Millionen Euro. Trotz eines leichten Rückgangs bei Anfragen und Anmeldungen bleibt die Einsatzbereitschaft hoch. Obmann Georg Mayr betont: „Das Jahr 2025 hat erneut gezeigt, wie wertvoll Zusammenhalt, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung sind. Mein besonderer Dank gilt den Bergbauernfamilien und den vielen Freiwilligen, die ihre Zeit und Kraft schenken. Ihre Motivation ist das Herzstück unseres Vereins.“

Koordination der Einsätze
Die Stärke des Vereins zeigt sich auch in der Koordination der Einsätze. Vor jedem Einsatz werden Bedarf, Dringlichkeit und Rahmenbedingungen genau mit den Bergbauernfamilien abgeklärt. Gleichzeitig bereitet der Verein die Freiwilligen sorgfältig auf ihre Aufgaben und auf die Besonderheiten am Bergbauernhof vor und begleitet sie auch während des Einsatzes. „Hinter jeder gelungenen Hilfeleistung steht eine verlässliche Organisation“, betont Obmann Georg Mayr. „Unser Ziel ist, dass sowohl die Bauernfamilien als auch die Freiwilligen gut begleitet werden und positive Erfahrungen machen.“ Auch Dokumentation, Spendenverwaltung sowie Unfall- und Haftpflichtversicherung für jeden einzelnen Einsatz gehören zu dieser Arbeit.

Gruppen- und Tageseinsätze als guter Einstieg
Eine wichtige Ergänzung zu den längeren Einsätzen sind Gruppen- und Tageseinsätze. Kleine Teams können kurzfristig und flexibel dort mithelfen, wo besonders dringender Arbeitsbedarf besteht. Das entlastet Bergbauernfamilien vor allem in arbeitsintensiven Zeiten und ist auch dort eine wertvolle Hilfe, wo keine Unterkunft oder Verpflegung bereitgestellt werden kann. „Diese Einsatzform ist besonders wertvoll, weil sie rasch und unbürokratisch Hilfe ermöglicht“, sagt Obmann Georg Mayr, „zugleich ist sie für viele ein guter erster Zugang, um die Arbeit und das Leben auf einem Bergbauernhof kennenzulernen.“ Damit schaffen Gruppen- und Tageseinsätze einen niederschwelligen Einstieg für neue Freiwillige und stärken zugleich den Teamgeist unter den Helfenden.

Vorstand und Kassaprüfer ­bestätigt
Bei den Neuwahlen wurde der Vorstand einstimmig im Amt bestätigt. Georg Mayr, der seit 30 Jahren im Verein aktiv ist, bleibt als Vertreter des Südtiroler Bauernbundes ­Obmann des Vereins Freiwillige Arbeitseinsätze. Brigitte Hofmann von der Caritas der Diözese Bozen-Brixen bleibt weiterhin Stellvertreterin. Dem Vorstand gehören außerdem Claudia Tscholl von der Lebenshilfe Südtirol und Angelika Springeth vom Südtiroler Jugendring an. Auch die Kassaprüfer Siegfried Rinner und Josef Haller wurden bestätigt. Die Wiederwahl stehe für Kontinuität und stabile Vereinsstrukturen, betonte Obmann Mayr.

Kurzfilm erreicht große Reichweite
Ein Höhepunkt des Jahres war die ­Premiere des Kurzfilms „Mithelfen & Miterleben am Bergbauernhof“ im März 2025 im ­Cineplexx Bozen. Der Film zeigt eindrucksvoll die Zusammenarbeit zwischen Freiwilligen und Bergbauern. Er wurde breit eingesetzt, von Fernsehausstrahlungen bis zu Schulvorführungen. Auf YouTube steht er aktuell bei 70.230 Aufrufen. Auch die begleitenden Social-Media-Reels erzielten mit hoher Reichweite große Aufmerksamkeit.

Starke Präsenz in Medien und Öffentlichkeit
Der VFA profitierte 2025 von einer starken medialen Präsenz, unter anderem durch die Zusammenarbeit mit dem Medienhaus Athesia. Darüber hinaus war der Verein bei zahlreichen Veranstaltungen vertreten, darunter das Erntedankfest in Bozen, die Freiwilligenmesse und die Agrialp. Auch digital zeigt sich eine positive Entwicklung. Insgesamt wurden über 1,3 Millionen Inhaltsaufrufe und mehr als 33.000 Besuche auf Facebook und Instagram verzeichnet. Die Zahl der Interessierten wächst kontinuierlich. „Öffentlichkeitsarbeit ist für uns weit mehr als Werbung“, betont Obmann Georg Mayr, „sie hilft uns, Verständnis für die Lebensrealität der Bergbauernfamilien zu schaffen und neue Freiwillige für unsere Aufgabe zu gewinnen.“

Solide Finanzierung
Das Jahresbudget 2025 betrug rund 215.000 Euro. Je ein Drittel stammt von den Mitgliedsorganisationen und vom Land Südtirol, Abteilung Sozialwesen. Etwa ein Viertel kommt aus Spenden. Weitere Mittel fließen aus der 5-Promille-Zuweisung. Wesentlich zur Stabilität des Vereins tragen langjährige Partner bei, wie auch Obmann Mayr betonte: „Dazu zählen die Stiftung Südtiroler Sparkasse, DESPAR/ASPIAG, die Bezirksgemeinschaften Salten-Schlern, Vinschgau, Pustertal und Überetsch-Unterland, die Raiffeisenkasse Bozen, der Raiffeisen Hilfsfonds sowie zahlreiche Privatspender.“ Mit dem Qualitätssiegel „Sicher Spenden“ wurde dem VFA zudem Transparenz und Vertrauenswürdigkeit bestätigt.

Ausblick 2026: 30 Jahre VFA
2026 feiert der Verein sein 30-jähriges Bestehen. Geplant sind eine Jubiläums- und Erntedankfeier am 3. Oktober 2026 im Bürgerhaus in Sarnthein, die Präsentation eines neuen Jubiläumsbuches von Leo Hillebrand im Athesia-Tappeiner Verlag sowie eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen von „IVY 2026“, dem Internationalen Jahr der Freiwilligen für nachhaltige Entwicklung. „Gemeinsam mit engagierten Freiwilligen, Unterstützern und Partnern wollen wir auch 2026 dazu beitragen, das Leben vieler Bergbauernfamilien nachhaltig zu verbessern“, sagte Obmann Mayr. Die Landesräte Rosmarie Pamer, Luis Walcher und Hubert Messner dankten in ihren Grußworten für die vorbildliche Tätigkeit des Vereins. Sie betonten die wichtige Rolle des VFA als Stütze für die Bergbauern in Südtirol. Zugleich äußerten sie den Wunsch, dass die Solidarität der freiwilligen Helferinnen und Helfer, vor allem aus Südtirol, in den kommenden Jahren weiter gestärkt werde. Sich körperlich für andere zu engagieren, fördere den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zugleich trage es zur eigenen Gesundheit und zum gegenseitigen Verständnis bei. 

Sie bilden den Vorstand des Vereins Freiwillige Arbeitseinsätze: (v. l.) Angelika Springeth, Obmann Georg Mayr, Stellvertreterin Brigitte Hofmann und Claudia Tscholl. 

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