Mountainbike-Fonds unterstützt Projekte mit 230.000 Euro
Mountainbike-Strecken verlaufen auch über private, oft landwirtschaftlich genutzte Flächen. Dies setzt eine gute Zusammenarbeit verschiedener Interessensträger voraus. Eine solche wurde 2018 mit dem Mountainbike-Fonds ins Leben gerufen. Im Rahmen des Projekts wurden bisher 230.000 Euro in landesweite Ausbesserungs- und Instandhaltungsmaßnahmen investiert, die der Landschaftspflege zugutekamen.
Das Mountainbiken erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Was vielen aber nicht bewusst ist: Ein Großteil der intensiv genutzten Mountainbike-Strecken in Südtirol verläuft über private Gründe, die meist im Eigentum von Bäuerinnen und Bauern sind. „Die Nutzung dieser Wege stellt dann eine Belastung für die landwirtschaftliche Tätigkeit dar, wenn es zu Schäden am Untergrund, an Zäunen, Gattern, Auskehren und ähnlichen Einrichtungen kommt“, erklärt Daniel Gasser, Landesobmann des Südtiroler Bauernbundes. Der Bauernbund sei jedoch nicht grundsätzlich gegen das Mountainbiken, betont Gasser: „Die allermeisten Mountainbikerinnen und Mountainbiker verhalten sich verantwortungsbewusst und respektvoll. Leider gibt es aber auch einen kleinen Teil der Freizeitsportler, die glauben, die Wege gehörten ihnen, und sich entsprechend rücksichtslos verhalten.“
Wie dem auch sei, als Ausgleich für die Nutzung privater Mountainbike-Wege unterstützt der Mountainbike-Fonds seit 2018 Projekte direkt an diesen Strecken. Ins Leben gerufen wurde der Fonds vom Verband der Seilbahnunternehmer Südtirols (VSS), vom Landesverband der Tourismusorganisationen Südtirols (LTS), von der Produktgruppe BikeHotels Südtirol sowie vom Südtiroler Bauernbund, unter der Schirmherrschaft von Landeshauptmann Arno Kompatscher. „Jährlich stehen 35.000 Euro zur Verfügung. Gefördert werden unter anderem die Erneuerung von Zäunen, Mauern und Gattern sowie der Erhalt von Kulturdenkmälern entlang stark frequentierter Mountainbike-Routen“, erklärte Viktor Peintner, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Mountainbike-Fonds.
Die Arbeitsgruppe trifft sich jeweils im Januar, um die fachgerechte Umsetzung bereits genehmigter Maßnahmen zu überprüfen, neu eingereichte Projekte zu bewerten und die besten auszuwählen. „Seit 2018 wurden rund 30 Projekte mit insgesamt 230.000 Euro finanziert. Die Mittel stammen zur Gänze von den privaten Partnern Verband der Seilbahnunternehmer Südtirols, Landesverband der Tourismusorganisationen Südtirols und den BikeHotels Südtirol“, betont Peintner und spricht den Geldgebern seinen Dank aus. Der Mountainbike-Fonds sei ein wichtiges Projekt für den Verband der Seilbahnunternehmer, unterstreicht deren Präsident Helmut Sartori: „Wir wünschen uns alle eine gepflegte und intakte Landschaft. Der Fonds trägt genau dazu bei. Vom Ergebnis profitieren alle – die Landwirtschaft, der Tourismus, die Freizeitsportlerinnen und -sportler sowie alle, die die Natur- und Kulturlandschaft lieben.“
Neben den Partnern fußt der Fonds auf dem Engagement der SBB-Ortsgruppen und landwirtschaftlichen Organisationen, die antragsberechtigt sind. „Die Arbeitsgruppe prüft, ob die Projekte sinnvoll sind und die Kosten in einem angemessenen Verhältnis stehen. Kriterien für eine Unterstützung sind außerdem, dass es sich um Arbeiten an stark frequentierten Radstrecken handelt, dass die Projekte gut sichtbar sind und, wenn möglich, in Zusammenarbeit mit dem Forstinspektorat umgesetzt werden. Auch die Eigenleistung der Antragsteller wird berücksichtigt“, erläutert Peintner. Jedes Projekt wird vor Ort mit einer eigenen Inox-Plakette gekennzeichnet. Für das laufende Jahr 2026 wurden sechs Projekte eingereicht, bewertet und zur Förderung zugelassen. „Interessierte SBB-Ortsgruppen und landwirtschaftliche Organisationen können ab sofort mittels eigener Gesuchvorlage (siehe als Download unter www.sbb.it/de/service/projekte) Projekte für das Jahr 2027 einreichen“, so Peintner.
Abschließend appelliert Bauernbund-Obmann Daniel Gasser an alle Mountainbikerinnen und Mountainbiker, sich verantwortungsbewusst und respektvoll zu verhalten: „Wenn Rücksicht und Respekt im Vordergrund stehen, steht einem ungetrübten Mountainbike-Vergnügen nichts im Wege.“ Grundnutzungsverträge sichern die Grundbesitzer ab.