Bodenverbrauch steigt weiter
Der Flächenverbrauch bleibt auf einem hohen Niveau und auch in Südtirol bleibt der Druck auf den knappen Boden bestehen. Darauf weist die Plattform Land in einer Aussendung hin.
Die Entwicklung der letzten Jahre verdeutlicht: Die jährliche Neuversiegelung schwankt, ein klarer rückläufiger Trend ist jedoch bislang nicht erkennbar. Nach einem deutlichen Ausschlag nach oben in der Vergangenheit ist zuletzt wieder ein moderater Anstieg zu beobachten. Eine Entwicklung, die die Klimaziele zusätzlich unter Druck setzt und gleichzeitig den Handlungsbedarf klarer denn je macht, zumal laut Klimaplan Südtirol eine Halbierung der Netto-Neuversiegelung bis 2030 vorgesehen ist. In Südtirol sind bereits weit über 20.000 Hektar Fläche versiegelt – fast die Hälfte des begrenzten Dauersiedlungsraums. Die Entwicklung ist kritisch, aber nicht alternativlos. Um den Flächenverbrauch wirksam zu begrenzen, braucht es klare Prioritäten: Flächen sind in Südtirol begrenzt – umso wichtiger ist ein intelligenter und sparsamer Umgang damit: Bestand vor Neubau. Innenentwicklung vor Außenentwicklung. Qualität vor Quantität. Matthias Bertagnolli, Geschäftsführer der Plattform Land, erklärt: „Seit Jahren setzt sich die Plattform Land dafür ein, Leerstände zu aktivieren, brachliegende Flächen zu nutzen, Gemeinden in einer flächensparenden Raumplanung zu unterstützen und die Ortskerne lebendig zu halten. Alpenweit arbeiten wir in mehreren konkreten Projekten zur Entsiegelung und Aufwertung bestehender Flächen – mit dem Ziel, Klimaresilienz und Lebensqualität gleichzeitig zu stärken.“
Laufende Initiativen und Projekte
Mit April 2026 startet zudem die Initiative „Südtirol saniert – gut beraten bauen und sanieren“. Mit Unterstützung des Landes Südtirol werden kostenlose und vergünstigte Energie- und Sanierungsberatungen für Private und Gemeinden angeboten. Auch der Wettbewerb für Entsiegelung und Bodenaufwertung 2026 soll ein starkes Signal setzen: Er will funktionierende und übertragbare Lösungen sichtbar machen und zeigen, dass es bereits erfolgreiche Beispiele gibt und konkrete Veränderungen möglich sind. Der Wettbewerb läuft noch bis Juni 2026. „Der steigende Flächenverbrauch ist keine abstrakte Kennzahl, sondern eine zentrale Herausforderung für Klima, Lebensqualität und wirtschaftliche Stabilität“, betont Andreas Schatzer, Präsident der Plattform Land: „Wenn wir jetzt konsequent auf Innenentwicklung, Entsiegelung und Qualität setzen, kann Südtirol eine Vorreiterrolle einnehmen. Die Lösungen liegen auf dem Tisch – entscheidend ist, dass wir sie gemeinsam umsetzen.“