Aufstrich ist „Produkt des Jahres“
Der Himbeeraufstrich von Robert Gurndin aus Aldein ist das „Produkt des Jahres“ des Qualitätssiegels „Roter Hahn“ – und das trotz der Kirschessigfliege. Gegen den gefürchteten Schädling setzt Gurndin auf eine einfache, aber aufwendige Strategie. Das Ergebnis überzeugt seit Jahren bei Blindverkostungen.
Jedes Jahr aufs Neue gelingt es Robert Gurndin vom Unichhof, auf seinen Feldern Beeren von höchster Qualität zu ernten und zu verarbeiten. Das größte Problem dabei ist die Kirschessigfliege. Sie kann für den Beerenanbau zu einer ernsthaften Gefahr werden. Auch Robert Gurndin vom Unichhof in Aldein kämpft mit dem Schädling. Seine Methode ist aufwendig, aber erfolgreich, wie die Auszeichnung zum „Roter Hahn“-„Produkt des Jahres“ zeigt.
Qualität beginnt auf dem Feld
Dass der Himbeeraufstrich vom Unichhof ausgezeichnet wurde, ist kein Zufall. Bei den „Roter Hahn“-Blindverkostungen überzeugte er über Jahre hinweg und punktete bei der Fachjury mit seiner Konsistenz, seinem Aroma und dem klaren Himbeergeschmack. „Ein ‚Produkt des Jahres‘ muss sich über längere Zeit bewähren. Beim Himbeeraufstrich vom Unichhof hat die konstant hohe Qualität überzeugt“, sagte Hannes Knollseisen vom Südtiroler Bauernbund. Und das trotz Kirschessigfliege. Wie Gurndin den Befall gering hält, ist überraschend unspektakulär: Er kontrolliert seine Pflanzen täglich. Jede Beere wird genau dann gepflückt, wenn sie den richtigen Reifegrad erreicht hat und noch bevor die Kirschessigfliege sie befällt. Das kostet Zeit und macht die Ernte wesentlich aufwendiger. Doch die sorgfältige Auswahl der Früchte zahlt sich aus. Neben Himbeeren baut Gurndin auch Johannisbeeren, Stachelbeeren, Brombeeren, Kirschen, Holunder, Zwetschgen, Äpfel, Birnen und Quitten sowie Kräuter an. Dazu kommen Brot aus eigenem Getreide, Eingelegtes und Speck. Verarbeitet und verkauft werden die Produkte direkt ab Hof, auf Märkten und in ausgewählten Geschäften.
Lob von vielen Seiten
Bauernbund-Landesobmann Daniel Gasser erinnerte daran, wie viel Arbeit in der Direktvermarktung steckt. „Die Direktvermarktung ist die Königsdisziplin in der Landwirtschaft, da vom Anbau bis zur Vermarktung alles in der Hand der Bäuerinnen und Bauern liegt. Gleichzeitig ist die Direktvermarktung auch für den Tourismus von Bedeutung, denn sie sichert ein großes Genussangebot und eine vielfältige Kulturlandschaft.“ Dass Tourismus und Landwirtschaft Hand in Hand gehen müssen, unterstrich auch Lukas Varesco, Direktor der Tourismusgenossenschaft Südtirols Süden. „Wir setzen auf Genuss und gepflegte Landschaften. Beides wäre ohne Bäuerinnen und Bauern undenkbar. Wir müssen in Zukunft noch besser erzählen, wie wertvoll hochwertige, lokale, bäuerliche Produkte sind.“ Und Hans J. Kienzl, Leiter der Abteilung Marketing im Südtiroler Bauernbund, ergänzte: „Dort, wo die Landwirtschaft floriert, geht es auch dem Tourismus gut. Daher nimmt die Wertschätzung für die bäuerlichen Produkte in der Gastronomie zu. Aber noch immer gibt es viel ungenutztes Potenzial.“
Weitum für die Qualität der Produkte bekannt
Lob für Gurndin und die Direktvermarktung insgesamt gab es auch von Bauernbund-Bezirksobmann Reinhard Dissertori, der selbst Kunde am Unichhof ist, sowie von Bezirksbäuerin Siegried Stocker. Dass sich Robert Gurndin die Auszeichnung mehr als verdient hat, unterstrich die Aldeiner Bürgermeisterin Charlotte Oberberger. „Der Unichhof ist schon lange für seine hochwertigen Produkte bekannt.“ Oberberger lobte die Direktvermarktung in ihrer Gemeinde: „Neben Robert Gurndin haben wir noch weitere sehr fleißige, innovative und bodenständige Direktvermarkterinnen und Direktvermarkter.“ Auch die Bedeutung der Bäuerinnen und Bauern bei der Pflege der Kulturlandschaft hob die Bürgermeisterin hervor.
200 Produkte im Blindtest
Die Grundlage für die Prämierung bildet die jährliche „Roter Hahn“-Blindverkostung. Dabei werden rund 200 der insgesamt 900 „Roter Hahn“-Qualitätsprodukte anonym von einer unabhängigen Expertenkommission verkostet. Das „Produkt des Jahres“ soll stellvertretend für das gesamte Sortiment den hohen Qualitätsanspruch der Marke sichtbar machen. „Der Himbeeraufstrich vom Unichhof vereint die für die Auszeichnung zentralen Kriterien: 100 Prozent hofeigener Rohstoff, Verarbeitung direkt am Hof, langjährig konstante Qualität, Innovationskraft und eine professionelle Präsentation“, unterstrich Knollseisen. Die Produktauswahl am Unichhof sei beeindruckend. Seit 14 Jahren ist Robert Gurndin Mitglied bei „Roter Hahn“.